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Earth Overshoot Day – ab jetzt leben wir auf Pump!

Am 30. Juli 2026 ist Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag oder Erdüberlastungstag genannt. Ab diesem Tag hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Für den Rest des Jahres leben wir sozusagen auf ökologischem Kredit. 

Inhaltsverzeichnis

Der Earth Overshoot Day macht jedes Jahr aufs Neue deutlich, dass unser Ressourcenverbrauch die Belastungsgrenzen unseres Planeten überschreitet. Die Folgen sind bereits heute spürbar: Klimawandel, Artensterben, schwindende Wälder, Bodenerosion und zunehmende Ressourcenknappheit. 

 

Der Earth Overshoot Day liegt später – aber die Situation hat sich nicht verbessert 

Im vergangenen Jahr fiel der Earth Overshoot Day auf den 24. Juli, in diesem Jahr auf den 30. Juli. Das klingt zunächst nach einer positiven Entwicklung. Leider ist das nicht der Fall. 

Der spätere Termin ist vor allem auf eine Überarbeitung der wissenschaftlichen Datengrundlage zurückzuführen. Neue Erkenntnisse über die Fähigkeit der Ozeane, Kohlendioxid aufzunehmen, haben die Berechnungen verändert. Gleichzeitig ist der tatsächliche Ressourcenverbrauch weiter gestiegen. 

Das bedeutet: Obwohl der Earth Overshoot Day im Kalender etwas später liegt, befindet sich die Menschheit 2026 auf dem höchsten jemals gemessenen Niveau der ökologischen Überlastung. 

 

Wir verbrauchen die Ressourcen von 1,73 Erden 

Derzeit nutzt die Menschheit die natürlichen Ressourcen 73 Prozent schneller, als sich die Erde regenerieren kann. Anders ausgedrückt: Um unseren heutigen Lebensstil dauerhaft aufrechtzuerhalten, wären 1,73 Erden notwendig. 

Da wir jedoch nur einen Planeten haben, greifen wir auf natürliche Reserven zurück. Wälder werden schneller abgeholzt, als sie nachwachsen können, Böden verlieren an Fruchtbarkeit, Fischbestände schrumpfen und die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt weiter an. 

 

Seit mehr als 50 Jahren leben wir über unsere Verhältnisse 

Bereits Anfang der 1970er-Jahre überschritt die Menschheit erstmals dauerhaft die Regenerationsfähigkeit der Erde. Seitdem wächst unsere ökologische Schuld Jahr für Jahr. Nach aktuellen Berechnungen entspricht sie inzwischen 20,6 Jahren der gesamten biologischen Regenerationsleistung unseres Planeten. 

Selbst wenn wir unseren Ressourcenverbrauch heute sofort auf ein nachhaltiges Maß reduzieren würden, ließen sich viele entstandene Schäden nicht kurzfristig rückgängig machen. 

 

Belgien und Deutschland verbrauchen besonders viele Ressourcen 

Neben dem weltweiten Earth Overshoot Day gibt es auch nationale Erdüberlastungstage. Für Belgien fiel dieser bereits auf den 11. April 2026. Das bedeutet: Würden alle Menschen so leben wie die Belgierinnen und Belgier, wären die weltweit verfügbaren Ressourcen schon Mitte April aufgebraucht. Würden alle Menschen so leben wie ein Durchschnittsbelgier, dann würde die Menschheit mindestens 4,3 Erd-Planeten benötigen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. 

In Deutschland lag der Erdüberlastungstag am 10. Mai 2026. Beide Länder liegen damit deutlich vor dem weltweiten Durchschnitt.  

 

Wie wird der Earth Overshoot Day berechnet? 

Der Earth Overshoot Day wird vom Global Footprint Network berechnet. 

Grundlage ist der Vergleich zwischen: 

  • Der Biokapazität der Erde, also den natürlichen Ressourcen, die innerhalb eines Jahres nachwachsen oder sich regenerieren können, 
  • und dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit, also unserem jährlichen Verbrauch an Rohstoffen, Energie, landwirtschaftlichen Flächen und der Fähigkeit der Natur, unsere CO₂-Emissionen aufzunehmen. 

Sobald unser Verbrauch die jährliche Regenerationsfähigkeit der Erde übersteigt, beginnt das ökologische Defizit. Genau dieses Datum markiert der Earth Overshoot Day. 

 

Was können wir selbst tun? 

Natürlich können einzelne Verbraucherinnen und Verbraucher den Earth Overshoot Day nicht allein verschieben. Dennoch trägt jeder nachhaltige Beitrag dazu bei, Ressourcen zu schonen und den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. 

Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen Unterschied machen: 

  • Lebensmittel bewusst einkaufen und Lebensmittelverschwendung vermeiden. 
  • Regionale und saisonale Produkte bevorzugen. 
  • Weniger Fleisch konsumieren und häufiger pflanzliche Alternativen wählen. 
  • Energie sparen und möglichst erneuerbare Energien nutzen. 
  • Öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder den Fußweg häufiger dem Auto vorziehen. 
  • Produkte länger nutzen, reparieren und Second-Hand-Angebote in Betracht ziehen. 
  • Beim Einkauf auf langlebige und ressourcenschonende Produkte achten. 

Ebenso wichtig sind politische Maßnahmen und nachhaltige Investitionen in den Bereichen Energie, Mobilität, Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft. Nach Angaben des Global Footprint Network würde allein eine Halbierung der weltweiten CO₂-Emissionen den Earth Overshoot Day um rund drei Monate nach hinten verschieben. 

 

Fazit 

Der Earth Overshoot Day erinnert uns jedes Jahr daran, dass die natürlichen Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind. Auch wenn der Welterschöpfungstag 2026 etwas später als im Vorjahr liegt, ist dies kein Zeichen für eine nachhaltigere Entwicklung. Tatsächlich verbrauchen wir weiterhin deutlich mehr, als die Erde langfristig bereitstellen kann. 

Damit sich dieser Trend umkehrt, braucht es gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Gleichzeitig kann jede und jeder Einzelne durch bewusste Konsumentscheidungen dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten. 

Auf einen Blick: 

  • Earth Overshoot Day weltweit: 30. Juli 2026 
  • Belgischer Erdüberlastungstag: 11. April 2026 
  • Deutscher Erdüberlastungstag: 10. Mai 2026 
  • Aktueller Ressourcenverbrauch: 1,73 Erden 
  • Seit wann leben wir im Overshoot? Seit Anfang der 1970er-Jahre. 

Wussten Sie schon? Würden die weltweiten CO₂-Emissionen halbiert, könnte sich der Earth Overshoot Day um etwa drei Monate nach hinten verschieben. 

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