Der Konflikt im Nahen Osten sorgt erneut für Unruhe auf den Energiemärkten. Die europäischen Gaspreise sind deutlich gestiegen: Der Großhandelspreis kletterte am Montag auf 65 Euro pro Megawattstunde (MWh). Vor Beginn des Konflikts lag er noch bei rund 32 Euro/MWh.
Damit übersteigen die Preise das Niveau von Februar 2025, bleiben jedoch weiterhin deutlich unter dem historischen Höchststand von 2022.
Auch andere Energieträger sind betroffen: Der Heizölpreis erreichte den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Für viele Haushalte bedeutet das spürbare Mehrkosten.
Inhaltsverzeichnis
Noch keine unmittelbaren Tarifänderungen
Die von den Energieanbietern zu Wochenbeginn veröffentlichten Tarife berücksichtigen diesen jüngsten starken Anstieg bislang noch nicht. Wie sich die Situation weiterentwickelt, hängt maßgeblich vom Verlauf des Konflikts ab.
Bleibt er zeitlich und geografisch begrenzt, könnten die Preissteigerungen nur vorübergehend sein. Sollte sich die Lage jedoch zuspitzen oder länger andauern, sind nachhaltige Auswirkungen auf die Energiepreise möglich.
Welche Auswirkungen hat dies auf Verbraucher?
In Belgien haben rund drei Viertel der Haushalte einen variablen Energievertrag. Diese Verbraucher sind von Preisschwankungen direkt betroffen.
Bei variablen Verträgen wird der Energiepreis anhand einer vertraglich festgelegten Formel berechnet, die sich an den aktuellen Marktpreisen orientiert. Steigen die Großhandelspreise, steigt auch der Preis des variablen Vertrags, der monatlich angepasst wird.
Eine Entwicklung wie im Jahr 2022 ist derzeit jedoch nicht zu erwarten.
Zwar spielt katarisches Gas eine wichtige Rolle für die europäische Versorgung, es ist jedoch nicht die einzige Bezugsquelle. Europa bezieht Gas unter anderem aus Norwegen sowie Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten. Diese Diversifizierung stabilisiert die Versorgungslage und verringert das Risiko extremer Preissprünge.
Lohnt sich ein Wechsel?
Für Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem laufenden Festvertrag besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Der vereinbarte Preis bleibt über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg unverändert – unabhängig von kurzfristigen Marktentwicklungen. Ein Preisvergleich lohnt sich dennoch. Der aktuelle Festpreis ist niedriger als der Preis im letzten Sommer.
Wer einen Vertrag mit variabler Preisformel unterzeichnet hat, sollte überlegen, ob er zu einem Fixvertrag wechselt. Wenn die Lage sich wieder entspannt, ist ein Wechsel zurück zu einem variablen Vertrag jederzeit möglich und in der Regel unkompliziert.
Verbraucher müssen lediglich einen neuen Vertrag telefonisch oder online abschließen. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim bisherigen Anbieter sowie alle weiteren Formalitäten. Eine direkte Kontaktaufnahme mit dem alten Anbieter ist nicht erforderlich.
Wer sich aktuell für einen Festvertrag entscheidet, sollte die Marktentwicklung im Auge behalten. Es kann sinnvoll sein, die Tarife in einigen Monaten erneut zu prüfen, insbesondere vor Beginn der nächsten Heizperiode. Sollte sich die Lage beruhigen, ist ein Wechsel zurück zu einem günstigeren variablen Tarif möglich.
Unser Rat
- Prüfen Sie, welchen Vertragstyp Sie aktuell haben.
- Auch wenn Sie bereits einen Vertrag mit Festpreis haben, lohnt sich ein Vergleich.
- Vergleichen Sie die Preise auf dem Simulator der Cwape >>>
- Vergleichen Sie regelmäßig die Angebote am Markt.
Weitere Infos zu Energieverträgen und dem Anbieterwechsel finden Sie hier >>>


