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Finfluencer: Schnelles Geld oder Risiko?

Auf TikTok, Instagram oder YouTube versprechen „Finfluencer“ schnellen Reichtum und hohe Gewinne. Doch nicht alles, was professionell wirkt, ist auch seriös. Auch in Belgien verlieren immer mehr Menschen Geld, weil sie Finanz-Tipps aus sozialen Netzwerken blind vertrauen. Die VSZ zeigt, worauf du achten solltest.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Finfluencer?

Finfluencer sind Personen, die in sozialen Medien über Aktien, Kryptowährungen, Trading oder Investitionen sprechen. Manche erklären Grundlagen oder geben allgemeine Informationen. Andere gehen weiter und versprechen außergewöhnliche Gewinne oder bewerben konkrete Finanzprodukte.

Wichtig zu wissen:

In Belgien darf niemand ohne Zulassung persönliche Anlageberatung geben. Finfluencer dürfen nur allgemeine Informationen teilen und keine individuellen Empfehlungen, die auf deine persönliche Situation zugeschnitten sind.

 

Wo liegt die Gefahr?

Viele Finfluencer präsentieren einen Luxus-Lebensstil: teure Autos, Reisen, Designer-Kleidung. Das erzeugt Vertrauen und den Eindruck: „Wenn ich das mache, werde ich auch reich.“ Doch oft verdienen diese Influencer ihr Geld nicht durch erfolgreiche Geldanlagen, sondern durch:

  • Provisionen von Trading-Plattformen,
  • bezahlte Werbung,
  • den Verkauf teurer Online-Kurse
  • oder riskante Modelle wie

Das Problem bei diesem Modell ist: Wenn du Geld verlierst, verlieren die Finfluencer nichts. Zudem warnt die belgische Finanzaufsichtsbehörde FSMA aktuell vor betrügerischen Online-Trading-Plattformen. Eine entsprechende Liste findest du hier in Französisch >>> 

 

Typische Warnsignale unseriöser Finfluencer:

  1. Unrealistische Versprechen wie „Garantierte Gewinne“, „Risikofrei investieren“ oder „In wenigen Wochen reich werden“. Solche Aussagen sind unseriös. Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden.
  2. Prahlen mit Reichtum: Privatjets, Luxusvillen oder teure Uhren sollen beeindrucken. Häufig ist dieser Reichtum inszeniert oder stammt aus Werbung und Provisionen, nicht aus erfolgreichen Investments.
  3. Aggressiver Verkauf von Kursen: Countdown-Timer („Nur noch heute!“), angebliche Erfolgsgeschichten ohne Belege, Warnungen vor „anderen Betrügern“, um selbst vertrauenswürdig zu wirken. Seriöse Anbieter setzen nicht auf Druck.
  4. Copy-Trading ohne klare Risikoaufklärung: Beim Copy-Trading kopierst du automatisch die Handelsentscheidungen anderer. Klingt einfach, ist aber hochriskant. Studien zeigen: Die Mehrheit der Nutzer verliert dabei Geld, während Plattformen und Influencer an Gebühren verdienen.

 

Vorsicht vor Betrug und Fake-Videos

Immer häufiger werden gefälschte Videos mit künstlicher Intelligenz eingesetzt. Dabei werben angeblich bekannte Politiker oder Prominente für „einmalige Investment-Chancen“. Tatsache ist aber, dass seriöse Persönlichkeiten nicht für Geldanlagen in sozialen Netzwerken werben. Banken oder Finanzexperten beraten nicht über WhatsApp oder Telegram.

 

Wie kannst du dich schützen?

Bevor du einem Finfluencer vertraust oder Geld investierst:

  • Hinterfrage die Qualifikation: Ausbildung? Berufserfahrung im Finanzbereich?
  • Prüfe Transparenz: Gibt es ein Impressum? Werden Kooperationen offen genannt?
  • Kontrolliere Anbieter: Ist die Plattform bei der FSMA (belgische Finanzaufsichtsbehörde) zugelassen oder steht sie auf einer Warnliste?
  • Verlasse dich nicht auf eine einzige Quelle. Vergleiche Informationen aus mehreren, unabhängigen Quellen.

Ein guter Grundsatz lautet: Investiere nicht in Anlageprodukte, die du nicht verstehst.

 

Was tun, wenn du betroffen bist?

Wenn du den Verdacht hast, Opfer eines Anlagebetrugs geworden zu sein:

  • Sofort den Kontakt abbrechen,
  • deine Bank informieren,
  • Anzeige erstatten bei der Polizei und FSMA >>> (nur auf FR),
  • Beweise sichern (Chats, E-Mails, Kontoauszüge),
  • Vorsicht vor angeblichen „Betrugsexperten“, die gegen Bezahlung verlorenes Geld zurückholen wollen. Oft handelt es sich um Zweitbetrug.

Fazit

Finfluencer sind kein Ersatz für unabhängige Finanzberatung. Manche liefern nützliche Informationen, viele aber verfolgen eigene finanzielle Interessen. Lass dich nicht von Likes, Followerzahlen oder Luxus blenden. Kritisches Denken ist der beste Schutz für dein Geld.

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