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Betrug mit Einreisegenehmigungen

Viele planen bereits jetzt den nächsten Sommerurlaub. Oder es steht ein Citytrip bevor. Je nachdem, wohin die Reise geht, ist eine Einreisegenehmigung erforderlich. Worauf dabei zu achten ist, sagt Ihnen die VSZ.

Für einige Reiseziele ist eine Einreisegenehmigung erforderlich. Und das gilt nicht nur für entfernte Reiseziele. Auch für einen Kurztrip nach London wird sie benötigt. Oder auch für Fußballfans, die sich im Sommer die WM in den USA oder Kanada anschauen möchten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine elektronische Einreisegenehmigung?

Eine elektronische Einreisegenehmigung (oft ETA oder ESTA abgekürzt) ist eine digitale Erlaubnis, die Reisende aus visumbefreiten Ländern vor ihrer Reise online beantragen müssen. Es handelt sich um eine Sicherheitsüberprüfung vor Reiseantritt.

Diese Einreisegenehmigungen sind u. a. erforderlich für das Vereinigte Königreich, inklusive Nordirland, die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur, Thailand oder Vietnam.

Die Gültigkeitsdauer variiert je nach Reiseland: Die ETA für Großbritannien ist in der Regel zwei Jahre lang gültig. Die eTA für Kanada ist bis zu 5 Jahre gültig, für die USA bis zu 2 Jahre oder jeweils bis zum Ablauf des Reisepasses. Und auch die Aufenthaltsdauer ist zeitlich begrenzt (Sri Lanka max. 30 Tage, USA 90 Tage, Australien 3 Monate, Kanada und Großbritannien bis zu 6 Monate).

 

Überhöhte Preise für elektronische Einreisegenehmigungen

Wie der Name schon sagt, werden diese Genehmigungen online beantragt. Die Kosten hierfür variieren von Land zu Land: Für die USA liegen die Kosten bei umgerechnet etwa 38 €. Dies ist aktuell der höchste Preis für eine solche Genehmigung. Für das Vereinigte Königreich zahlt man 16 Pfund oder umgerechnet 19 €, während für Kanada nur 7 CAD oder 5 € anfallen (niedrigster Preis).

Leider nutzen viele Urlauber bei der Beantragung der Einreisegenehmigung nicht die offiziellen Websites und landen dabei sehr schnell auf einem falschen Portal statt bei der zuständigen Behörde. Wenn man beispielsweise bei Google nach dem zuständigen Portal für das Vereinigte Königreich sucht, erscheinen ganz oben zahlreiche Fremdanbieter, die sich diese Top-Position in den Suchergebnissen nur gekauft haben. Erscheint neben dem Suchergebnis der Hinweis „gesponsert“, sollten Sie die Hände davon lassen.

Diese inoffiziellen Websites bieten einen Vermittlungsservice an, der die Anträge für den Reisenden ausfüllt, allerdings zu stark überhöhten Preisen. Dieser Service ist kostenpflichtig und bei manchen Anbietern steigt der Preis sogar, je nachdem, wie schnell die Abwicklung erfolgen soll. Dabei weisen die offiziellen Stellen darauf hin, dass sie keinen Unterschied machen zwischen den Antragstellern. Der Antrag wird also immer gleich schnell bearbeitet, unabhängig davon, wer ihn einreicht. Und die Bearbeitung erfolgt in der Regel ziemlich schnell, falls keine Dokumente fehlen oder Rückfragen erforderlich sind.

Je nach Land wird die Genehmigung bereits innerhalb weniger Minuten oder Stunden  (Kanada und Vereinigtes Königreich innerhalb von Minuten, USA durchschnittlich 72 Stunden, meist jedoch viel schneller) oder ein paar Tagen erteilt. Die längste durchschnittliche Bearbeitungsdauer gilt für Thailand oder Indonesien (7-14 Tage).

 

Nur offizielle Websites konsultieren

Reisende sollten also unbedingt darauf achten nur die offiziellen Websites zu nutzen. Wer der richtige Ansprechpartner ist, erfährt man auf der Website des FÖD Auswärtige Angelegenheiten. Hier wird nach Reiseland aufgeführt, welche Reisedokumente erforderlich sind und auch die offiziellen Links sind dort vermerkt (FR oder NL). 

Mit der Einführung der elektronischen Reisegenehmigung (ETA) für das Vereinigte Königreich im vergangenen Jahr nehmen die Meldungen über Betrugsfälle stark zu, auch wenn es immer schon Betrugsmeldungen gegeben hat für die USA, Kanada oder Neuseeland.

Die Gefahr ist für Reisende, die inoffizielle Plattformen nutzen, sehr real. Nicht nur die Preise explodieren, sondern es besteht auch die konkrete Gefahr, ein gefälschtes Dokument zu erhalten und somit keine gültige Einreisegenehmigung zu erhalten. Oft finden die Kontrollen schon vor der Ausreise statt und somit ist die Reise dann bereits vor Reiseantritt beendet.

Ein weiteres Problem ist, dass diese Drittanbieter-Plattformen manchmal nicht einmal den Endpreis zum Zeitpunkt der Bestellung angeben. Es besteht auch die Befürchtung, dass Bankdaten und persönliche Daten über den Reisepass gestohlen werden könnten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Echtheit der Genehmigung zu überprüfen. Auch hier ist dies von Land zu Land unterschiedlich. Laut FÖD Auswärtige Angelegenheiten gibt es für die Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland eine Möglichkeit, dies auf der jeweiligen Website zu überprüfen. Für England ist es komplizierter, aber eine Chatbot-Diskussion mit den britischen Behörden ermöglicht ebenfalls eine Überprüfung.

 

Was tun, wenn Sie Opfer geworden sind?

Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihren Antrag über eine betrügerische oder inoffizielle Website gestellt haben, sollten Sie schnell handeln.

  • Wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Bank, um die Transaktion zu sperren oder anzufechten.
  • Es ist auch wichtig, den Betrug auf der offiziellen Plattform Consumer Connect des FÖD Wirtschaft oder auf Safeonweb zu melden, um den Behörden dabei zu helfen, diesen missbräuchlichen Praktiken einen Riegel vorzuschieben.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der örtlichen Polizei, um Ihren Einspruch zu formalisieren.
  • Überprüfen Sie nach Möglichkeit auch die Echtheit Ihrer Genehmigung mit den offiziellen Tools, die von einigen Ländern zur Verfügung gestellt werden, um Probleme bei der Einreise zu vermeiden.
  • Wenn die Genehmigung ungültig ist, stellen Sie einen neuen Antrag über die offizielle Website des betreffenden Landes. (FÖD Auswärtige Angelegenheiten >>>)

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