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Dynamische Strompreise

Ende 2025 sind in unserer Region neue Stromtarife mit dynamischen Preisen für Haushaltskunden (mit Smartmeter!) eingeführt worden. Die VSZ fasst zusammen.

!!! Im folgenden Artikel geht es NICHT um die neuen Netztarife der Wallonie ab 2026 !!! Infos dazu finden Sie hier >>>

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet „dynamischer Strompreis“? 

Bei einem dynamischen Stromvertrag richtet sich der Preis pro Kilowattstunde stündlich nach dem aktuellen Marktpreis. Im Unterschied zu den herkömmlichen Verträgen: 

  • Fixe Tarife: Preis bleibt über einen vertraglich vereinbarten Zeitraum gleich. 
  • Variable Tarife: Preis ändert sich regelmäßig (z. B. monatlich oder quartalsweise) 

Bei dynamischen Verträgen wird der Strompreis hingegen täglich stündlich angepasst. 

Damit ein dynamischer Vertrag möglich ist, braucht man einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter) und die entsprechende Datenübertragung durch den Netzbetreiber. 

 

Wie funktionieren die Preise im Tagesverlauf? 

Die Strompreise hängen von Angebot und Nachfrage ab: 

  • Niedrigere Preise treten oft auf, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist (z. B. sonnige Mittagsstunden oder windreiche Nächte) und die Nachfrage gering ist. 
  • Höhere Preise entstehen typischerweise in Zeiten hoher Nachfrage, zum Beispiel am Morgen oder am frühen Abend.  

Die Höhe der Strompreise wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Nachfrage, also wie viel Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt verbraucht wird. Diese Nachfrage schwankt je nach Jahreszeit, Wochentag und Tageszeit. 

Neben der Nachfrage beeinflusst auch die Art der Stromerzeugung die Preise. Erneuerbare Energien spielen dabei eine wichtige Rolle: 

  • Im Sommer stammt ein großer Teil des Stroms aus Photovoltaikanlagen, die vor allem tagsüber und besonders zur Mittagszeit Strom erzeugen. 
  • Im Winter ist die Windenergie wichtiger, da Windkraftanlagen häufig nachts mehr Strom produzieren. 
  • Kernkraftwerke laufen weitgehend kontinuierlich und können ihre Leistung nur begrenzt anpassen. 

Die Preise können manchmal negativ sein, was auf den ersten Blick widersinnig erscheint, aber sie spiegeln eine Überproduktion von Strom wider, der schwer zu speichern ist und in Echtzeit verbraucht werden muss, um ein Ungleichgewicht im Netz zu vermeiden. 

Das heißt, man kann Geld für den Verbrauch von überschüssigem Strom erhalten, aber das betrifft nur die „Energie”-Komponente. Die Netzentgelte und staatlichen Abgaben bleiben jedoch in solchen Zeiten weiterhin zu zahlen.  

 

Für wen kann ein dynamischer Stromtarif interessant sein? 

Ein dynamischer Stromvertrag kann dann Vorteile bieten, wenn Verbraucher: 

  • ihre Stromnutzung flexibel anpassen können (z. B. Nutzung von Waschmaschinen oder Elektroauto-Laden in Zeiten niedriger Preise), 
  • über intelligente Steuerungssysteme verfügen (z. B. Home-Automation), 
  • einen jährlichen Verbrauch von mehr als 5.000 kWh haben.  

Beispiele für mögliche Flexibilität sind etwa: 

  • Laden eines Elektroautos zu günstigeren Stunden, 
  • Nutzung von Warmwasserbereitern zu Zeiten niedriger Preise, 
  • Verlagerung von Wäschetrocknung oder Geschirrspülerbetrieb. 

 

Aber Vorsicht: 

Ohne Anpassung der Verbrauchszeiten ist ein dynamischer Tarif teurer als klassische Angebote.  

Wer einen Tarifvergleich auf der Website compacwape.be macht, wird feststellen, dass er einen Warnhinweis bekommt:  

“Achtung! Ein Vertrag mit dynamischen Preisen ist ein Vertrag, bei dem der Verbraucher einem höheren Risiko ausgesetzt ist als bei einem Vertrag mit monatlicher Indexierung. 
Tatsächlich können die Preise zu bestimmten Zeiten, zu denen die Nachfrage hoch ist, sehr hoch sein. 
Man muss also bereit sein, die Preisentwicklung zu verfolgen und seinen Verbrauch aktiv auf die günstigsten Zeiten zu verlagern.” 

Für Haushalte mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach ist ein dynamischer Tarif nachteilig: Die eigenen Erzeugungszeiten decken dann die günstigsten Marktstunden ab und der Strombezug aus dem Netz zu teuren Zeiten zählt stärker.  

Fazit – lohnt sich ein dynamischer Tarif für mich? 

Ein dynamischer Strompreis ist nicht für alle Haushalte wirtschaftlich sinnvoll: Ohne bewusste Anpassung des Verbrauchs kann er teurer werden als herkömmliche Tarifmodelle. 

Wer einen Wechsel erwägt, sollte daher: 

  • seinen Stromverbrauch analysieren, 
  • einen Verbrauch von mehr als 5000 kWh pro Jahr haben, 
  • einen intelligenten Zähler beantragen, wenn er nicht schon vorhanden ist, 
  • und die individuellen Spielräume zur Verbrauchsverschiebung realistisch einschätzen. 

Um das Potenzial dynamischer Strompreise voll auszuschöpfen, ist es zudem wichtig, dass möglichst viele stromintensive Geräte flexibel steuerbar sind, z.B. über WLAN oder ein Energiemanagementsystems. Dazu zählen insbesondere Haushaltsgeräte wie Spülmaschine, Waschmaschine oder Trockner, aber auch Heizungssysteme oder Ladestationen für E-Autos.

Ein dynamischer Tarif verlangt mehr Aufmerksamkeit und aktives Verbrauchsmanagement – nur gut informiert und vorbereitet kann er eine Option sein, die Stromkosten zu senken. 

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